Ukraine-Krieg im Liveticker: +++ 08:36 Luftalarm in der ganzen Ukraine +++

In allen Regionen der Ukraine herrscht derzeit Luftalarm. Dies berichten ukrainische Medien. Der Alarm stehe demnach im Zusammen mit einem Flugzeug des Typs MiG-31K, das mit einer ballistischen Rakete bewaffnet in Belarus gestartet sein soll. Dies schreibt etwa der Gouverneur von Lwiw, Maksym Kozytskyi, auf Twitter.

+++ 08:18 ntv-Reporter: Lieferung von Kampfjets wird schon diskutiert +++
Die Menschen in Kiew nehmen die Entscheidung Deutschlands, Kampfpanzer an die Ukraine zu liefern, “durchweg positiv” auf, berichtet ntv-Reporter Jürgen Weichert. Gleichzeitig werden weitere Forderungen, etwa nach Kampfjets, laut. “Da ist zum Beispiel der amerikanische F-16 im Gespräch”, berichtet Weichert.

+++ 08:00 Russland: Fregatte hat Test mit Hyperschallraketen durchgeführt +++
Das russische Verteidigungsministerium teilt mit, die Fregatte “Admiral Gorschkow” habe ihre Schlagkraft im Atlantik getestet. Sie habe mithilfe einer Computersimulation einen Test mit Hyperschallraketen vom Typ Zirkon abgehalten, die eine Reichweite von 900 Kilometern hätten. In der Mitteilung steht allerdings nicht, dass die Fregatte eine Rakete abgefeuert hat. Das Ministerium hatte vor zwei Wochen erklärt, das Kriegsschiff halte Übungen im Nordmeer ab. Es sei mit Zirkon-Raketen ausgerüstet, die eine neunfache Schallgeschwindigkeit erreichen könnten und eine Reichweite von mehr als 1000 Kilometern hätten.

+++ 07:46 Medien: Auch Norwegen erwägt Leopard-Lieferung +++
Auch Norwegen erwägt Medienberichten zufolge die Lieferung von Leopard-2-Panzern aus deutscher Produktion an die Ukraine. Es gehe um vier oder acht der Kampfpanzer, berichtet die Zeitung “Dagens Naeringsliv”. Insgesamt verfüge Norwegen, das auch eine Außengrenze zu Russland hat, über 36 Leopard-Panzer. Eine Entscheidung zur Lieferung sei aber noch nicht gefallen, berichtet auch das Blatt “Aftenposten”.

+++ 07:23 Chinesische Unternehmen sollen Russland mit Waffen unterstützen +++
US-Ermittlungen zufolge unterstützen einige chinesische Unternehmen Russland im Krieg gegen die Ukraine mit nicht-tödlichen Waffen. Dies berichtet Reuters und bezieht sich auf eine mit der Angelegenheit vertrauten Quelle. “Was wir sehen, ist nicht-tödliche militärische Hilfe und wirtschaftliche Unterstützung, die kurz vor der Umgehung von Sanktionen steht”, wird diese von der Nachrichtenagentur zitiert. Unklar sei, ob die Regierung von dieser Entwicklung weiß. Die USA haben China bereits vor Konsequenzen gewarnt, sollte China Waffen an Russland für den Einsatz gegen die Ukraine liefern.

+++ 06:56 Berichte: Biden erklärt Abrams-Lieferung nach offizieller Entscheidung aus Berlin +++
US-Präsident Joe Biden könnte die Entscheidung über die Entsendung von Abrams-Panzern an die Ukraine schon heute bekannt geben. Dies berichtet die Nachrichtenagentur AP nach Gesprächen mit US-Beamten. Demnach würden die Details noch ausgearbeitet. Die Ankündigung soll jedoch stattfinden, nachdem Berlin die Lieferung von Leopard-2-Panzern offiziell erklärt, sagt der Beamte weiter. Das anfängliche Zögern der US-Regierung beruhe auf Bedenken hinsichtlich der erforderlichen Ausbildung, zitiert AP einen weiteren US-Beamten, der mit den Überlegungen des Weißen Hauses vertraut ist. Nun seien Pläne hinsichtlich der Ausbildung allerdings vorhanden. Der Sprecher des Pentagon, Brigadegeneral Pat Ryder, sagt der Agentur, er habe nichts über eine Entscheidung der USA bezüglich der Abrams-Panzer zu verkünden. Aber: “Immer, wenn wir der Ukraine ein bestimmtes System zur Verfügung gestellt haben, haben wir auch die entsprechenden Ausbildungs- und Instandhaltungsmöglichkeiten bereitgestellt.”

+++ 06:34 Militärexperte sieht Russland gestärkt +++
Im Krieg gegen die Ukraine hat Russland nach Einschätzung eines Militärexperten aus der Schweiz eine Schwächephase überwunden. “Wir steuern auf eine Gemengelage zu, in der Kampfpanzer mit Blick auf die Verteidigung und Gegenoffensiven eine wichtige Rolle spielen”, sagt Niklas Masuhr, Forscher am Center for Security Studies der Universität ETH in Zürich. Seit dem Herbst habe Russland seine Position verbessert, etwa durch die Errichtung von Verteidigungslinien. “Die Ukraine hat ihre bisherigen Gegenoffensiven in russischen Schwächephasen durchgeführt, insbesondere im Herbst. Seitdem hat Russland sich aber konsolidiert und auf Kommandoebene eine stetere Hand.” Die Ukraine könne sich auch nicht darauf verlassen, dass sich “russische Unzulänglichkeiten aus dem ersten Jahr notwendigerweise wiederholen werden”.

+++ 06:21 Stoltenberg: NATO-Staaten müssen Zwei-Prozent-Ziel erhöhen +++
NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat die Erwartung geäußert, dass die Mitgliedstaaten der Allianz das Zwei-Prozent-Ziel für ihre Militärausgaben bald erhöhen werden. “Ich gehe davon aus, dass es ein neues Ziel bei Verteidigungsausgaben geben wird, wenn wir uns im Juli dieses Jahres zum NATO-Gipfel in Vilnius treffen”, sagte der Norweger der “Welt”. Das Ziel, die Ausgaben auf zwei Prozent des jeweiligen nationalen Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen, sei 2014 für die Dauer von zehn Jahren beschlossen worden. “Wir müssen es jetzt also aktualisieren.” Angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ließ Stoltenberg offen, auf welches künftige Ziel sich die Mitgliedstaaten konkret einigen könnten. “Aber ich gehe davon aus, dass es sich um ein ehrgeizigeres Ziel als bisher handeln wird, weil jeder sieht, dass wir mehr investieren müssen.” Derzeit erfüllt Deutschland das Zwei-Prozent-Ziel nicht.

+++ 06:00 Militärexperte: “Kampfpanzer sind keine Wunderwaffe +++
Bei den Kampfpanzerlieferungen an die Ukraine spielt die Logistik nach Einschätzung eines Militärexperten aus der Schweiz eine entscheidende Rolle. Mit einem Minimum von 100 westlichen Panzern könne die Ukraine eine Panzerbrigade nach westlichem Modell ausrüsten, sagt Niklas Masuhr, Forscher am Center for Security Studies der Universität ETH in Zürich. “Kampfpanzer sind aber keine Wunderwaffe. Sie müssen im Verbund eingesetzt und repariert werden und mit Munition ausgestattet werden.” Der Experte wies zudem auf einen logistischen Alptraum für die Ukraine hin, falls die Lieferungen nicht gut abgestimmt würden. Selbst verschiedene Versionen des gleichen Typs bedeuteten zusätzliche Herausforderungen. “Wenn die Ukraine auch längerfristig befähigt werden soll, sich zu verteidigen, ist es wichtig, dass das Logistiksystem nicht übermäßig kompliziert ist”, so Masuhr.

+++ 05:32 NATO-Chef warnt vor Ausrüstungslücken nach Waffenlieferungen +++
NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg warnt angesichts der Waffen- und Munitionslieferungen an die Ukraine vor Ausrüstungslücken in den Mitgliedstaaten der Allianz. “Unsere Unterstützung der Ukraine hat die Bestände der NATO an Waffen und Munition immer weiter geleert”, sagt er der “Welt”. Die massive Unterstützung sei aufgrund des Bedarfs der Ukraine richtig und notwendig gewesen. “Aber natürlich müssen wir unsere eigenen Vorräte an Munition und Waffensystemen wieder auffüllen, auch um sicherzustellen, dass wir die Ukraine weiter versorgen können.” Stoltenberg warnt zudem vor einer anhaltenden Bedrohung durch Russland. Nichts deute darauf hin, dass sich Kremlchef Putin auf Frieden vorbereite.

+++ 04:11 Russischer Botschafter – US-Kampfpanzer an Ukraine wären “eklatante Provokation” +++
Eine Lieferung von Kampfpanzern der USA an die Ukraine stellt nach den Worten des russischen Botschafters in den Vereinigten Staaten eine “weitere eklatante Provokation” des Konflikts dar. “Wenn die Vereinigten Staaten beschließen, Panzer zu liefern, dann kann man einen solchen Schritt definitiv nicht mit dem Argument der “Verteidigungswaffen” rechtfertigen. Dies wäre eine weitere eklatante Provokation gegen die Russische Föderation”, heißt es in einer Stellungnahme des russischen Botschafters Anatoli Antonow auf Telegram. Es sei offensichtlich, dass die Regierung in Washington gezielt auf eine strategische Niederlage Russlands hinwirke.

+++ 02:44 Schwedens Ministerpräsident zu NATO-Beitritt: Die Lage ist ernst +++
Angesichts des NATO-Streits mit der Türkei weist Schwedens Ministerpräsident Ulf Kristersson auf die Bedeutung eines zügigen Beitritts zu dem Verteidigungsbündnis hin. Keine Frage sei wichtiger für die nationale Sicherheit, sagt Kristersson auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Alle im Land sollten den Ernst der Lage erkennen. Provokateure versuchten, Schwedens Beziehungen zu anderen Ländern und somit die Aussichten auf einen Beitritt zu verschlechtern, sagt er mit Blick auf die Verbrennung eines Korans durch einen schwedischen Rechtsextremen. Schweden befinde sich in der unsichersten sicherheitspolitischen Situation seit dem Zweiten Weltkrieg, ergänzt Außenminister Tobias Billström.

+++ 01:38 Insider: USA könnten Ukraine 30 Abrams-Panzer liefern +++
Bei einer möglichen Lieferung von US-Kampfpanzern an die Ukraine könnte sich einem Insider zufolge das Engagement der USA auf etwa 30 Abrams-Panzer belaufen. Es sei möglich, dass die Regierung in Washington die Abrams mit Mitteln aus dem Finanzierungsprogramm USAI (Ukraine Security Assistance Initiative) von Verbündeten kaufe, überholen lasse und dann an die Ukraine schicke, anstatt sie aus US-Waffenbeständen zu nehmen, sagt eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Dieser Prozess könne allerdings Monate oder sogar Jahre dauern. Das US-Verteidigungsministerium war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

+++ 00:45 Melnyk lobt Scholz für “Panzer-Doppelwumms” +++
Der ukrainische Vize-Außenminister Andrij Melnyk würdigt die deutsche Entscheidung für die Lieferung von Leopard-Kampfpanzern als historisch. Auch wenn sie mit Verspätung erfolge, sei sie “ohne jeden Zweifel ein wahrer Durchbruch sowie ein Gamechanger für die Ukraine auf dem Schlachtfeld”, sagt Melnyk. “Das wird in die Geschichte eingehen.” Dass Scholz scheinbar sogar dabei geholfen habe, die USA von der Lieferung ihrer M1-Abrams-Panzer zu überzeugen, sei sogar “ein Panzer-Doppelwumms”, sagte Melnyk.

+++ 23:52 Kiew erfreut über Lieferung von Kampfpanzern +++
In einer ersten offiziellen Reaktion auf den Durchbruch bei den Gesprächen über die Lieferung schwerer Panzer aus dem Westen zeigt sich die Regierung der Ukraine hoch erfreut. Der Kanzleichef von Präsident Wolodymyr Selenskyj, Andrij Jermak, schreibt auf Telegram: “Wir werden alles haben, alles für die Rückeroberung unserer Gebiete und für die Gegenoffensive. Panzerfahrer werden sich freuen, ebenso wie Artilleristen und später auch Piloten.” Bald werde “alles wieder Ukraine” sein.

+++ 22:57 Schweizer Kommission will Waffen-Weitergabe erlauben +++
Die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrats der Schweiz schlägt vor, die Weitergabe von Waffensystemen durch andere Länder an die Ukraine zu erlauben. Die Empfehlung wurde mit 14 zu elf Stimmen angenommen und benötigt nun die Zustimmung des Parlaments. Die Schweiz hat bislang unter Hinweis auf ihre Neutralität Bitten von Deutschland abgelehnt, Munition aus Schweizer Herstellung an die Ukraine weiterzuliefern.

+++ 22:17 Gouverneur meldet 25 Tote durch Angriffe in Belgorod seit Kriegsbeginn +++
Bei ukrainischen Angriffen sind in der russischen Grenzregion Belgorod nach Angaben des dortigen Gouverneurs seit Beginn der militärischen Intervention in der Ukraine 25 Menschen getötet worden. “Der Feind, die Ukraine, bombardiert friedliche Dörfer, wir haben 25 Tote und 96 Verletzte”, sagt Regionalgouverneur Wjatscheslaw Gladkow in einem im Staatsfernsehen ausgestrahlten Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Damit machten die russische Behörden erstmals seit elf Monaten eine Angabe zu Opferzahlen in einer Region. Wieviele der Getöteten in dem nordöstlich der Ukraine gelegenen Gebiet Zivilisten und wieviele Soldaten waren, sagt der Gouverneur nicht.

+++ 22:03 Sie wollten Frau in Soledar evakuieren: Zwei vermisste Briten getötet +++
Bei einem Hilfseinsatz in der Ukraine sind nach Angaben der Familien zwei britische Staatsangehörige ums Leben gekommen. Dies teilt das Außenministerium in London unter Berufung auf die Angehörigen am Dienstagabend mit. Die beiden Männer im Alter von 28 und 48 Jahren, die demnach als zivile Hilfskräfte ins Kriegsgebiet gereist waren, wurden seit mehr als zwei Wochen vermisst. Der Mitteilung zufolge wurden sie beim Versuch einer Evakuierung aus der Stadt Soledar getötet. Medien in Neuseeland, wo der 48-Jährige lebte, zitieren eine Mitteilung seiner Eltern. Demnach wurde das Auto der Männer von Artillerie getroffen, als sie eine ältere Frau in Sicherheit bringen wollten.

+++ 21:54 Schmyhal kündigt finanzielles Ramstein-Treffen kommende Woche an +++
Die G7 haben eine Plattform ins Leben gerufen, um Spenden und Investitionen in die Ukraine zu koordinieren. Die Verantwortlichen wollen bereits nächste Woche ein sogenanntes finanzielles Ramstein-Treffen abhalten, sagt der ukrainische Ministerpräsident Denys Shmyhal. Die Plattform werde dabei helfen, “die Stabilität des ukrainischen Staates” zu sichern, fügt er hinzu.

Die früheren Entwicklungen im Ukraine-Krieg lesen Sie hier.