Kunsthaus Zürich vermisst zwei Gemälde nach Brand

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ZürichPolizei ermittelt – zwei Gemälde aus Kunsthaus spurlos verschwunden

Das Kunsthaus Zürich ist auf der Suche nach zwei Gemälden aus dem Altmeisterbestand im Wert von einer halben Million Franken. Die Polizei hat die Ermittlungen übernommen.

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Das Gemälde «Narzissen und andere Blumen in Glasvase auf einer Marmorplatte» von Dirck de Bray ist rund 500’000 Franken wert.

Das Gemälde «Narzissen und andere Blumen in Glasvase auf einer Marmorplatte» von Dirck de Bray ist rund 500’000 Franken wert.

Kunsthaus Zürich

Das Gemälde «Soldaten im Lager» von Robert van den Hoecke aus der Mitte des 17. Jahrhunderts ist rund 50’000 Franken wert.

Das Gemälde «Soldaten im Lager» von Robert van den Hoecke aus der Mitte des 17. Jahrhunderts ist rund 50’000 Franken wert.

Kunsthaus Zürich

Beide Bilder wurden nach dem Kunsthaus-Brand 2022 abgehängt.

Beide Bilder wurden nach dem Kunsthaus-Brand 2022 abgehängt.

BRK News

Darum gehts

  • Das Zürcher Kunsthaus vermisst zwei abgehängte Werke.

  • Das Werk von Dirck de Bray ist rund 500’000 Franken wert, jenes von Robert van den Hoecke rund 50’000 Franken. 

  • Das Kunsthaus hat Anzeige gegen unbekannt erstattet.

Seit Anfang 2023 sind zwei der über 700 Werke, welche das Kunsthaus nach dem Brand in der Nacht vom 2. auf den 3. August 2022 abgehängt und der internen Reinigung und Restaurierung zugeführt hat, unauffindbar. Interne Suchen blieben erfolglos, teilt das Kunsthaus Zürich am Dienstag mit. Da ein Diebstahl nicht mehr ausgeschlossen werden könne, habe das Kunsthaus am 13. Januar Anzeige gegen Unbekannt erstattet und die Polizei gebeten, Ermittlungen aufzunehmen.

Bei den kleinformatigen Gemälden handelt es sich um private Dauerleihgaben: «Soldaten im Lager» von Robert van den Hoecke aus der Mitte des 17. Jahrhunderts sowie von Dirck de Bray «Narzissen und andere Blumen in Glasvase auf einer Marmorplatte» von 1673. Beide auf Eichenholz gemalte Werke sind gerahmt und verglast. Wie das Kunsthaus schreibt, hofft die Direktion, dass die Bilder unbeschadet den Weg zurück ins Kunsthaus finden. Das Kunsthaus unterstütze die Polizei bei den Ermittlungen, habe die vermissten Werke im Art Loss Register, der weltweit grössten Datenbank verlorener und gestohlener Kunstwerke eintragen lassen und führe parallel eigene Untersuchungen durch.

Kunsthaus hat Krisenstab eingerichtet

«Seit Generationen vertrauen Sammlerinnen und Sammler dem Kunsthaus ihre Schätze an», wird Ann Demeester, Direktorin des Kunsthauses Zürich, in einer Mitteilung zitiert. Fast drei Viertel unseres Bestands der Gemälde und Skulpturen seien Dauerleihgaben oder Geschenke von privater Seite. «Die Möglichkeit, dass trotz grosser Sicherheitsvorkehrungen Werke derzeit nicht zu finden sind, erschüttert uns.»

Neben der Wiederbeschaffung der Gemälde sei das Ziel, aus diesem «bedauernswerten Vorfall» zu lernen, sagt Demeester. «Wir haben einen Krisenstab eingerichtet, der den Vorgang akribisch untersucht. Alle übrigen Werke, die im Moment des Brandes ausgestellt waren, sind vollzählig vorhanden.»

Mit dem Einbezug der Polizei sei die Arbeit nicht abgeschlossen. «Das Kunsthaus-Team steht in engem Austausch mit allen Betroffenen und trägt sicherheitsrelevante Unterlagen zusammen», so die Direktorin. «Wir halten Augen und Ohren weiterhin offen, falls sich die Werke doch noch im Haus befinden.» 

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